3D-Ćberflug durch Berlin ā bevor Illuminate 2026 seine Türen ƶffnet
Die dritte Station der Infrastrukturreihe 2026 von Bentley Systems findet vom 28. bis 30. April im Hotel Adlon Kempinski statt. Dort diskutieren die Teilnehmenden über digitale Zwillinge, KI und die Zukunft vernetzter Infrastruktur ā in einer Stadt, die innerhalb der Lebenszeit der heutigen Generation neu aufgebaut und wieder vernetzt wurde.
Illuminate 2026 Berlin, vom 28. bis 30. April im Hotel Adlon Kempinski, ist nach Sydney und Mumbai die dritte Station in der Infrastrukturkonferenzreihe 2026 von Bentley Systems. Hunderte Ingenieure, Regierungsvertreter, Auftragnehmer und Technologieführer werden in Berlin zusammenkommen ā die Teams, die StraĆen, Stromnetze, Wassersysteme und andere kritische Infrastrukturen planen, bauen und betreiben. Im Mittelpunkt der dreitƤgigen Veranstaltung stehen reale Projektfallstudien und PrƤsentationen zu Themen wie vernetzte Daten, offene Standards, InteroperabilitƤt, KI-Innovationen im Sektor und vieles mehr. Es ist noch Zeit sich anzumelden.
Der Zeitpunkt könnte kaum kritischer sein. In der gesamten EMEA-Region erleben wir derzeit eine beispiellose Welle von Infrastrukturinvestitionen, wobei Deutschlands eigener 500-Milliarden-Euro-Fonds als starker Impulsgeber für Deutschland und seine Nachbarländer wirkt. (Im Dezember veranstaltete Bentley hier seinen Tech Summit.)
Berlin ist nicht nur Kulisse ā die Stadt selbst ist ein Beispiel dafür, wie Wiederaufbau und Wiedervernetzung gelingen kƶnnen. Entdecken Sie die interaktive 3D-Visualisierung, die wir für Sie in Cesium ā jetzt Teil von Bentley Systems ā erstellt haben.
Entdecken Sie die 3D-Visualisierung
Siemensstadt SquareāÆ
Siemensstadt Square ist der Ort, an dem Berlins elektropolisische Vergangenheit an seine Zukunft mit digitalen Zwillingen anschlieĆt. Dort baut das deutsche Technologieunternehmen Siemens mit Unterstützung von Bentley ein Stadtquartier praktisch zweimal: zuerst in einem gemeinsamen 3D-Modell, dann mit Ziegeln, Stahl und StraĆen. Auf mehr als 70 Hektar ehemaligem FabrikgelƤnde werden historische Industrieanlagen und denkmalgeschützte Wohnbauten der Moderne, die zum UNESCO-Welterbe gehƶren, zu Laboren, Büros und Wohnungen für rund 35.000 Menschen umgestaltet, darunter Sozialwohnungen mit dem Ziel eines COā-neutralen Betriebs. Ein digitaler Zwilling im MaĆstab eines Stadtquartiers ermƶglicht es Teams, StraĆen, Versorgungsnetze und GebƤude vor dem Bau zu simulieren und spƤter im Betrieb Energie, Wasser und Instandhaltung zu überwachen. Im Rahmen des Projekts wird Siemensstadt Square in ein Reallabor für klimaresiliente, datengestützte stƤdtische Infrastruktur verwandelt.
Der Reichstag
Der Reichstag ist Berlins beispielhafte Retrofit-Erfolgsgeschichte: die Hülle eines ParlamentsgebƤudes aus dem 19. Jahrhundert, die zu einem transparenten, kohlenstoffarmen Zentrum im Herzen des Regierungsviertels des Bundes umgestaltet wurde. Innerhalb der historischen Steinmauern trƤgt eine leichte Konstruktion aus Stahl und Beton die ikonische Glaskuppel, die von Stararchitekt Norman Foster entworfen wurde. Dort winden sich zwei Rampen spiralfƶrmig um einen verspiegelten Kegel, der Tageslicht in den Plenarsaal lenkt und dazu beitrƤgt, warme Luft abzuführen. Unter dem Komplex befindet sich ein mit Biokraftstoff betriebenes Heizkraftwerk, das mit einem unterirdischen Aquifer-WƤrmespeicher zusammenarbeitet und Teil eines gemeinsamen Energiesystems ist, das auch benachbarte RegierungsgebƤude versorgt. Beim Rundgang durch die Kuppel genieĆen Besucherinnen und Besucher einen Panoramablick auf die Berliner Skyline und bewegen sich dabei über einem hochentwickelten Infrastrukturbauwerk.

Potsdamer Platz
Der Potsdamer Platz ist ein Ort, an dem Berlin eine Nachkriegsbrache ā geprƤgt durch die Teilung der Stadt durch die Berliner Mauer und den Stillstand des Kalten Krieges ā in ein dichtes, technisch geplantes neues Stadtzentrum verwandelt hat. Nach der Wiedervereinigung wurde dieses Niemandsland zur grƶĆten Baustelle Europas, auf der im Rahmen eines integrierten Masterplans 19 GebƤude, 10 StraĆen und zwei PlƤtze entstanden. Unter den PlatzflƤchen befindet sich ein mehrschichtiges unterirdisches System für Parken, Wassermanagement und GebƤudetechnik, wƤhrend ober- und unterirdische Bahnlinien im darunterliegenden Bahnhof zusammentreffen. Auf StraĆenebene stehen die Backsteinbüros und WohngebƤude des Architekten Renzo Piano neben Helmut Jahns Center Potsdamer Platz, dessen filigranes Glasdach über dem Platz ein moderiertes Mikroklima schafft. Zusammen bilden sie das Herz eines hochverdichteten Stadtquartiers, das auf Energieeffizienz, Licht und optimale Infrastruktur ausgelegt ist. Eine Nachbildung der ersten europƤischen Ampel erinnert an Berlins lange Tradition als Experimentierfeld für neue Ideen in der urbanen MobilitƤt.
Berliner HauptbahnhofāÆ
Berlin Hauptbahnhof ist der Ort, an dem die Eisenbahn der Stadt in die Vertikale wƤchst: Fern-, Regional- und lokale S-Bahn-Linien sind auf mehreren Ebenen übereinandergestapelt. Die Linien sind direkt mit dem U-Bahn-Netz der Stadt verbunden ā in einem fünfgeschossigen Glascanyon entlang der Spree und des Regierungsviertels. Der 2006 erƶffnete Bahnhof ordnete das Berliner Schienennetz nach der Wiedervereinigung zu einem Nord-Süd- und Ost-West-Kreuz neu, das wichtige europƤische Strecken über einen einzigen dynamischen Knotenpunkt verbindet. Ćber den Gleisen bildet ein Geflecht aus Stahl und Tausenden maĆgefertigter Glasscheiben mit integrierten Solarmodulen eine gewƶlbte Hülle, die Bahnsteige und Hallen mit Tageslicht durchflutet. StraĆenbahnen, Busse, FahrrƤder und GeschƤfte gruppieren sich rund um den Bahnhof und machen dieses āGlasgürteltierā zu einem stƤdtischen Motor rund um die Uhr, an dem technische Inszenierung und tƤgliches Pendeln aufeinandertreffen.
SiegessƤule
Die Berliner SiegessƤule wurde ursprünglich in den 1870er-Jahren als Kriegsdenkmal vor dem Reichstag errichtet. Ab 1938 wurde es demontiert und 1,5 Kilometer weiter westlich zum GroĆen Stern versetzt, wo es erhƶht und auf einen neuen Sockel gesetzt wurde. Die 67 Meter hohe SƤule wurde daher bereits zweimal statisch geplant, einschlieĆlich der heutigen Fundamente, die ihre 8 Meter hohe, 35 Tonnen schwere Statue āGoldelseā auch bei den Berliner Winden stabil halten. Heute bildet sie das monumentale Zentrum des mehrarmigen Kreisverkehrs GroĆer Stern inmitten des Tiergartens, Berlins berühmtem innerstƤdtischen Park, und dient als markante Orientierungshilfe. FuĆgƤngertunnel führen Besucherinnen und Besucher sicher unter dem schnellen Verkehr hindurch zum Sockel des Denkmals. Dort gelangen sie über eine enge Wendeltreppe zu einer Aussichtsplattform in etwa 50 Metern Hƶhe, die einen 360-Grad-Blick auf Berlins Ost-West-Achse, das grüne BlƤtterdach und das Regierungsviertel bietet.
Schloss Bellevue
Schloss Bellevue liegt zwischen dem Tiergarten, der Spree und dem Berliner Regierungsviertel. Dieses Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert fungiert heute als subtil strategischer Knoten in der politischen und grünen Infrastruktur der Stadt. Das Schloss wurde in den 1780er-Jahren als erste bedeutende neoklassizistische Residenz Berlins errichtet, überstand mit seiner robusten Mauerwerkshülle die KriegsschƤden und wurde zum Amtssitz des BundesprƤsidenten umgestaltet. Der umliegende 20 Hektar groĆe Park dient als Sicherheitsabstand, als flussnaher Mikroklimaraum und als VeranstaltungsflƤche, auf der regelmƤĆig groĆe bürgerschaftliche und umweltbezogene Zusammenkünfte stattfinden.
Museumsinsel
Auf einem schmalen Inselstreifen in der Spree gelegen, ist die Museumsinsel zugleich die kulturelle Akropolis Berlins und ein lebendiges Labor für Ingenieurwesen. Fünf Museen von Weltrang stehen auf anspruchsvollem Baugrund, in dem die tragfƤhigen, lastabtragenden Schichten in Tiefen von etwa 3 bis 40 Metern liegen. Das bedeutet, dass jede Restaurierung, jeder Tunnel und jedes Kellergeschoss mit hƶchster PrƤzision geplant und ausgeführt werden muss. Unter den neoklassizistischen Kolonnaden führt der unterirdische U-Bahnhof Museumsinsel FahrgƤste unter einer gewƶlbten Decke in Form eines āSternenhimmelsā in die Station, und Ingenieurteams haben damit begonnen, eine unterirdische āarchƤologische Promenadeā zu schaffen, die auf Kellerebene vier Museen miteinander verbindet. Die Verbindung wird vollstƤndig erƶffnet, wenn die langwierigen Renovierungsarbeiten auf der Museumsinsel abgeschlossen sind.
Flughafen Berlin Brandenburg BER
Dies ist die Geschichte des Comebacks der deutschen Infrastruktur: ein fast vollendeter āGeisterflughafenā, der jahrelang ungenutzt blieb ā inmitten von Herausforderungen bei Entwurf, Koordination und Regulierung ā, bevor er 2020 schlieĆlich als wichtigstes Luftverkehrsdrehkreuz der Region erƶffnet wurde. Unter dem Terminal aus Glas und Stahl führen ein 3,1 Kilometer langer Eisenbahntunnel und ein mehrgeschossiger Bahnhof Fern-, Regional- und S-Bahn-Verbindungen direkt in den Terminalkomplex und machen die Ankunft zu einem unkomplizierten Umstieg per Zug nach Berlin und darüber hinaus. Der Flughafen hat sich zu einem Testfeld für solarüberdachte ParkflƤchen, LED-Nachrüstungen sowie Vorfeld- und Turnaround-Managementsysteme entwickelt, die mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) die Effizienz steigern, Emissionen senken und die Leistung nahezu in Echtzeit optimieren sollen.
Berliner Fernsehturm, AlexanderplatzāÆ
Mit einer Hƶhe von 368 Metern über dem ƶffentlichen Platz Alexanderplatz ist der Berliner Fernsehturm hƶher als der Eiffelturm. Er ist sowohl das hƶchste Bauwerk der Stadt als auch ihre markanteste Kommunikationsinfrastruktur und sendet noch immer Radio- und Fernsehprogramme in der gesamten Hauptstadt. Erbaut von der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zwischen 1965 und 1969, wurden der sich verjüngende Betonschaft, der hyperbolische Sockel und die EdelstahlsphƤre mithilfe von Kletterschalung ausgeführt. Die vergleichsweise flache, aber robuste Ringgründung verankert das Drehrestaurant, die Aussichtsplattform und die Sendeanlage hoch über dem Boden. An sonnigen Tagen reflektieren die Geometrie und die Verkleidung der Kugel das Sonnenlicht als helles Kreuz, das in der ganzen Stadt zu sehen ist. Da die erklƤrtermaĆen sƤkulare DDR religiƶse Praktiken und Institutionen unterdrückte, gaben West-Berliner diesem unbeirrbaren christlichen Symbol auf einem sozialistischen Vorzeigeobjekt scherzhaft den Namen āDie Rache des Papstesā.
Checkpoint Charlie
Checkpoint Charlie wirkt wie eine kleine Hütte mitten auf der FriedrichstraĆe, doch drei Jahrzehnte lang war diese Kreuzung einer der am strengsten kontrollierten EngpƤsse der Welt. Es war der dritte alliierte Grenzübergang in Berlin, und āCharlieā steht für C, den dritten Buchstaben desāÆNATO-Funkalphabets. Von 1961 bis 1990 verwandelten mehrspurige Kontrollhallen, Sperranlagen, Wachtürme und Beleuchtungssysteme eine gewƶhnliche Kreuzung in eine prƤzise organisierte Grenzabfertigungsanlage für Autos, Busse, auslƤndische Besucher und alliierte Diplomaten, wƤhrend Fluchtversuche jede Schwachstelle auf die Probe stellten. Heute fügen sich das nachgebildete WachhƤuschen, der Kopfsteinpflasterstreifen zur Markierung des Verlaufs der Berliner Mauer und die Freiluftausstellungen wieder in ein normales gemischt genutztes StraĆenbild ein ā eingebettet in den alltƤglichen Berliner Verkehr, GeschƤfte und Reisegruppen.
Die GedenkstƤtte Berliner Mauer
Entlang der Bernauer StraĆe, die einst Ost- und West-Berlin trennte, macht die GedenkstƤtte Berliner Mauer aus dem früheren āTodesstreifenā eines der aufschlussreichsten Beispiele linearer Infrastruktur in Berlin. Da die GedenkstƤtte über 1,4 Kilometer lang ist, kƶnnen Sie den letzten verbliebenen Abschnitt der Ost-West-Grenze in seinem vollstƤndigen Querschnitt untersuchen ā mit ƤuĆerer und innerer Mauer, Kolonnenweg, Wachturm und Todesstreifen ā fast wie eine dreidimensionale technische Zeichnung, die vor Ort erhalten geblieben ist. Landschaftsarchitekt:innen nutzten Cortenstahl-BƤnder, um verlorene Fassaden und Fluchttunnel nachzuzeichnen, wƤhrend die Kapelle der Versƶhnung aus Stampflehm Fragmente der abgerissenen Kirche in ihre WƤnde einbettet. Dieser 4,4 Hektar groĆe Korridor wurde zwischen 2008 und 2014 neu gestaltet und dient heute zugleich als FuĆweg ā als GrünflƤche an einem Ort, an dem früher eine harte Barriere stand.

Das Brandenburger Tor
Das Brandenburger Tor ist Berlins am stƤrksten beanspruchtes Stück historischer Infrastruktur. Dieses 230 Jahre alte Tor markiert den zentralen Ost-West-Achsenverlauf Berlins. Die 26 Meter hohe Sandsteinkolonnade mit ihren 12 dorischen SƤulen, die fünf DurchgƤnge bilden, diente einst als Teil der alten Stadtmauer der Abfertigung von Fuhrwerken und der Zollkontrolle. Seitdem wurden seine Steinsubstanz mit Lasern gereinigt und seine in die Jahre gekommene Struktur stabilisiert, damit es den stƤndigen Menschenmengen und den Belastungen groĆer ƶffentlicher Veranstaltungen in seinem Umfeld standhalten kann. Heute wird der Kraftfahrzeugverkehr auf die umliegenden StraĆen beschrƤnkt, wƤhrend der darunterliegende Pariser Platz weitgehend verkehrsberuhigt ist. Das Tor selbst dient als Leit- und Orientierungselement für FuĆgƤnger. Es dient auĆerdem als Kulisse für groĆ angelegte Lichtshows und das Ausschalten der Beleuchtung wƤhrend der Earth Hour, um das Bewusstsein für den Klimawandel und den Umweltschutz zu stƤrken. Für Ingenieurinnen und Ingenieure ist es weniger ein statisches Monument als vielmehr ein langfristiges Modernisierungsprojekt in der Gestalt eines klassischen Tempels.
Das Holocaust-Mahnmal
Nur einen kurzen FuĆweg vom Brandenburger Tor entfernt befindet sich das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Deutschlands zentrales Mahnmal zur Erinnerung an die 6 Millionen Jüdinnen und Juden, die im Holocaust ums Leben kamen. Das Mahnmal ist ein düsteres Feld aus 2.710 unmarkierten Betonstelen, die durch schmale DurchgƤnge voneinander getrennt sind. Diese erheben sich allmƤhlich aus dem Berliner StraĆenraster und lassen Besucherinnen und Besucher in einem wellenfƶrmigen, desorientierenden Labyrinth versinken. āHeute kann ein Mensch nicht mehr sicher sein, eines individuellen Todes zu sterben, und Architektur kann nicht mehr wie früher an das Leben erinnernā, schreibt Peter Eisenman, der das Denkmal entworfen hat. āDie Markierungen, die früher Symbole für den Tod eines einzelnen Menschen waren, müssen nun verƤndert werden, und das hat erhebliche Auswirkungen auf das VerstƤndnis von Erinnerung und das Denkmal.ā Eisenman sagt: āIn unserem Denkmal gibt es kein Ziel, kein Ende, keinen Weg hinein oder hinaus. ā Die Zeit der Erfahrung des Individuums gewƤhrt kein weiteres VerstƤndnis, denn Verstehen ist nicht mƶglich.ā
Cecilienhof
Cecilienhof ist der Tudor-Style-AuĆenseiter in der Schlosslandschaft in und um Berlin. Im benachbarten Potsdam gelegen, ist Cecilienhof ein im Stil eines englischen Landhauses errichtetes, für kƶnigliche Ansprüche vergrƶĆertes GebƤude, das 1917 in den Wirren des Ersten Weltkriegs fertiggestellt wurde und dann drei Jahrzehnte spƤter, am Ende des Zweiten Weltkriegs, ins Zentrum der Diplomatie rückte. Hinter den Fachwerkfassaden befinden sich 176 Zimmer, die sich um fünf ineinandergreifende Innenhƶfe gruppieren ā ein modularer Grundriss, der 1945 die Potsdamer Konferenz aufnahm, bei der Stalin, Truman und Churchill (spƤter Attlee) zusammenkamen, um über den Umgang mit dem besiegten Deutschland zu entscheiden und die Nachkriegsordnung Europas zu gestalten. GrenzzƤune und die Infrastruktur der Berliner Mauer durchschnitten spƤter bis zur Wiedervereinigung den umliegenden Neuen Garten. Derzeit machen umfassende SanierungsmaĆnahmen und neue Besucherinfrastruktur Cecilienhof zu einer diplomatischen Zeitkapsel.
Schloss Sanssouci
Sanssouci ist nicht nur Friedrichs des GroĆen Rokoko-Tagtraum ā es ist ein Hangpalast, der durch einige der anspruchsvollsten landschaftsbaulichen Ingenieurleistungen Europas an seinem Platz gehalten wird. Die sechs nach Süden ausgerichteten Weinbergterrassen wirken wie eine Klimamaschine: Backstein-Stützmauern und 132 Stufen stabilisieren den Hang, und 168 verglaste Nischen in diesen Mauern dienen als kleine GewƤchshƤuser für Feigen und Reben. Unten sehen Sie ein Pumpenhaus aus dem 19. Jahrhundert, das berühmt dafür ist, als türkische Moschee getarnt worden zu sein ā mit einem schornsteinartigen Minarett ā, und in dem einst eine Dampfmaschine eingesetzt wurde, um den Wasserstrahl der Great Fountain 40 Meter hoch in die Luft zu schieĆen. Heute steht die erweiterte UNESCO-Kulturlandschaft aus Schlƶssern und Parks mit einer FlƤche von 500 Hektar vor Herausforderungen durch Dürre und klimabedingt geschƤdigte BƤume, wƤhrend neue ƶkologische WerkstƤtten und Baumschulen zu ihrem Erhalt beitragen und den Standort zu einem lebendigen Labor für ein widerstandsfƤhiges Management des kulturellen Erbes machen.

Olympiastadion
Das Berliner Olympiastadion ist ein 1936 im Auftrag des NS-Regimes errichtetes Prestigeprojekt, das mit prƤzisen ingenieurtechnischen Eingriffen zu einem Veranstaltungsort des 21. Jahrhunderts mit 74.000 SitzplƤtzen umgebaut wurde, ohne seine monumentale steinerne Hülle aufzugeben. In einer flachen Senke im Westend gelegen, wurde es zwischen 2000 und 2004 bis auf die Grundstruktur zurückgebaut und neu errichtet. Dabei senkten Ingenieurinnen und Ingenieure das Spielfeld ab, passten die Neigung des Unterrangs an und führten neue technische Versorgungssysteme durch die historische Bausubstanz des Stadions. Darüber spannt sich eine leichte Stahl-Membran-Konstruktion, die Witterung, Licht und Akustik steuert und innen von einem Ring schlanker Stützen getragen wird, sodass die Sichtlinien frei bleiben. Angebunden an die Berliner Verkehrsnetze dient das Stadion, das vor Ort als Olympiastadion bekannt ist, heute als intensiv genutzter ƶffentlicher Veranstaltungsort für FuĆball-Weltmeisterschaften, FuĆball-Europameisterschaften, Konzerte und andere Veranstaltungen ā in einer zukunftsorientierten Stadt mit einem sehr anderen VerstƤndnis von ƶffentlichem Leben.
Konzentrationslager und Museum Sachsenhausen-Oranienburg
Wie andere Disziplinen kann auch das Ingenieurwesen missbraucht werden. SachsenhausenāOranienburg wurde 1936 als āModellā-Konzentrationslager der nationalsozialistischen SS angelegt. Mit seinem gleichschenkligen Dreiecksgrundriss und dem zentralen Turm A war es so konzipiert, dass die Wachmannschaften das nahezu gesamte HƤftlingslager von einer einzigen Achse aus überblicken konnten. Branchen, in denen Zwangsarbeit eingesetzt wurde, waren beteiligt ā von SS-WerkstƤtten innerhalb des Lagers bis hin zum nahe gelegenen Klinkerwerk und ausgelagerten Rüstungsproduktionslinien. Sie banden die Baracken des Lagers, den Industriebereich und den Appellplatz in die Logistik zur Versorgung monumentaler nationalsozialistischer Bauprojekte in Berlin ein. Nach 1945 gestaltete die Deutsche Demokratische Republik das erhalten gebliebene HƤftlingsdreieck zu einer nationalen antifaschistischen GedenkstƤtte um, darunter ein 40 Meter hoher Obelisk mit roten Dreiecken als Symbol für politische Gefangene, der 1961 eingeweiht wurde. Heute befinden sich erhaltene Baracken, rekonstruierte Ausstellungsstücke und vom Feuer gezeichnete Ćberreste neben dem ehemaligen SS-Barackenbereich, der heute als Ausbildungscampus der Polizei genutzt wird.
FAQ:
Was macht das Reichstagsgebäude zu einem bemerkenswerten Beispiel für die Neugestaltung bestehender Infrastruktur?
Der Reichstag ist ein herausragendes Beispiel für eine āSanierungā, bei der eine GebƤudehülle aus dem 19. Jahrhundert in ein transparentes, kohlenstoffarmes Zentrum mit einer berühmten, von Norman Foster entworfenen Glaskuppel umgewandelt wurde. Dabei kommt ein hochentwickeltes Energiesystem zum Einsatz, darunter eine mit Biokraftstoff betriebene Anlage und ein unterirdischer Aquifer-WƤrmespeicher, um das Parlament und benachbarte RegierungsgebƤude mit Energie zu versorgen.
Wie nutzt Siemensstadt Square die Technologie des digitalen Zwillings für die Stadtentwicklung?
Siemensstadt Square wird sozusagen āzweimalā gebaut ā zunƤchst als gemeinsames 3D-Modell und anschlieĆend in physischer Form ā, um ein 70 Hektar groĆes ehemaliges FabrikgelƤnde in ein klimaresilientes Stadtquartier zu verwandeln. Mit diesem digitalen Zwilling im MaĆstab eines Stadtquartiers kƶnnen Teams StraĆen und Versorgungsnetze vor dem Bau simulieren sowie den Energie- und Wasserverbrauch im Betrieb überwachen.
Welche Geschichte steckt hinter dem Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz?
Mit einer Hƶhe von 368 Metern ist der Berliner Fernsehturm das hƶchste Bauwerk der Stadt. Er wurde zwischen 1965 und 1969 von der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) errichtet. Der konisch zulaufende Betonschaft und die Kugel aus Edelstahl wurden mithilfe von Kletterschalung konstruktiv ausgelegt und auf einem tragfƤhigen Ringfundament verankert. Amüsanterweise nannten Westberliner den sƤkularen sozialistischen Turm augenzwinkernd āDie Rache des Papstesā, weil sich das Sonnenlicht an der Kugel in Form eines Kreuzes spiegelt.